Was hat Burn-Out mit China zu tun?

Ines Schulz-Buecher | Februar 2nd, 2011 - 09:58 | Weiterempfehlen Ihren XING-Kontakten zeigen

Chefsache: Seelische Gesundheit – Sei dein eigener Chef

Morgen, am 3. Februar (nach MEZ heute um 17h) beginnt das chinesische Jahr des Metall-Hasens. Es steht für Sanftmut, Harmonie und Genuss. Die Verbesserung von Beziehungen, Freundschaft und Diplomatie stehen im Vordergrund und wir dürfen in diesem Jahr unserem Bauchgefühl mehr trauen.

In meinen Seminaren fallen mir seit ca. drei Jahren bestimmte Symptome immer wieder auf: Müdigkeit, Apathie, Konzentrations-, Gedächtnis- und damit Lernschwächen; Unlust, aber auch aggressives Verhalten. Die Nummer 1 unter den arbeitsbedingten Erkrankungen sind solche Symptome.

Burn Out – die medizinische Diagnose lautet Depression. Wer will das schon zugeben? Marketing ist eben alles und Burn Out klingt einfach besser. Während in den USA oder auch in Frankreich die Menschen von ihren Therapeuten oder Analysen erzählen gehören in Deutschland seelische Störungen wie Depressionen eher zu Tabuthemen (Freud würde sich im Grabe umdrehen.) Ein Leitspruch von Albert Schweitzer war: „Zur Eile treibt mich diese Welt, doch Zeit find´ ich in Königsfeld.“ Hier im schönen Schwarzwald ticken die (Kuckucks-) uhren langsamer. Deshalb ist Königsfeld auch der weltweit erste EigenzeitOrt. Menschen, die (fast) alles haben, nur keine Zeit müssen nicht in den Wald, sondern könnten ab und zu mal Inne halten und achtsam mit sich selbst umgehen.

Kürzlich las ich in einem Artikel, dass die Rangfolge der psychischen Erkrankungen in Südostasien dem Entwicklungsgrad der Gesellschaft bzw. Ökonomie entspricht: Vietnam (krank), Thailand (kranker) und schließlich Malaysia (am krankesten). Ein Vergleich zu China lag nicht vor. Ich erinnere mich jedoch an einen mehrseitigen Spiegelartikel aus dem letzten Jahr, der von einer Konjunktur von Therapeuten in den dortigen Entwicklungszonen berichtete. Auch hier breitet sich die so genannten Zivilisationskrankheit Depression aus. Wo liegen Ursachen in der Gesellschaft, beim Unternehmen und beim Einzelnen?
Was ist am leichtesten zu beeinflussen?

Aus eigener Erfahrung und nach ausführlicher Reflexion hier meine ganz persönlichen Tipps für Workholics:

  1. Genießen Sie bewusst die Sonne, ein Kinderlachen, einen Spaziergang, ein selbst zubereitetes Essen…
  2. Treiben Sie mindestens zweimal wöchentlich Sport, je 20 Minuten reichen …
  3. Nehmen Sie sich bewusst Auszeiten von Handy, Email & Co. – lt. einer Studie gibt es da Symptome wie bei Alkohol oder Drogenentzug…Testen Sie!
  4. Nein-Sagen. Sich abgrenzen, sowohl privat als auch beruflich. Ein Nein ist immer ein Ja für etwas anderes! Du sollt deinen nächsten nicht mehr lieben als dich selbst!
  5. Optimieren Sie ihr Zeitmanagement indem sie auch Ruhephasen, wie Frühstücks- und Mittagspausen bewusst einplanen und realisieren! Hören Sie auf ihren Körper. Kopf-, Rücken-, Magenschmerzen etc. sind alles massive Stresssymptome…
  6. Kontakte pflegen: Wo und mit wem fühlen sie sich wohl? Bei wem vergessen sie Zeit und Raum, lassen sie ihre Seele baumeln und reden nicht über ihre Arbeit oder Probleme? Mit wem können sie herzlich lachen. Einfach verabreden!
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